Kochen mit Oma (Deutschland): Schwarzwälder Spätzle

In dieser Folge von „Kochen mit Oma“ kocht Maria mit ihrer Oma einen Klassiker aus Süddeutschland: „Spätzle“, eine Art Eiernudeln.

Video Tanskript

Das ist meine Oma. Und mit der kochen wir heute.

Oma: „Also, jetzt machen wir Spätzle, und da brauchen wir Mehl und Eier und Salz.“

Also: Erst mal das Mehl in die Schüssel. Dann ein Ei. Und noch eins – insgesamt fünf.

Oma: „Und jetzt kommt Salz dazu und Wasser, und dann wird das ganze geschlagen.“

Genau. Und dabei lässt die Oma sich auch nicht davon stören, dass im Hintergrund schon die hungrige Familie auf der Pirsch ist. [1:00]

Maria: „Was für eine Konsistenz muss der Teig denn haben, Oma?“

Oma: „Ja, der muss schon so ein bisschen fester sein. Nicht zu fest, aber…“

Maria: „Und was ist, wenn er zu fest ist?“

Oma: „Dann muss man noch ein bisschen Wasser rein tun. Muss man halt ausprobieren.“

Maria: „Wo hast du das Rezept überhaupt her, Oma?“

Oma: „Das ist noch von meiner Oma, ist das Rezept. Vom Schwarzwald. Schwarzwälder Spätzle sind das. […] Jetzt wird der noch ein bisschen geschlagen… und richtig, damit die Luft richtig durchkommt, im ganzen Teig. [2:00] Dann kommt das in die Spätzlemaschine.“

Und nebenbei erzählt die Oma, wie sie Spätzle gekocht hat, als meine Schwestern noch klein waren.

Oma: „Die Zwillinge zu zweit auf dem Stuhl dabei.“

Maria: „Haben sie dir auch geholfen beim Kochen?“

Oma: „Ah ja, und wie, das hast du mehr Angst, dass sie sich verbrennen.“

Jetzt aber zur Sache.

Maria: „Und ab die Post.“

Oma: „So, jetzt fest rein gedrückt und mit einer Gabel ein bisschen auseinander gemacht, damit sie nicht zusammenkleben. […] Bisschen warten.“ [3:00]

Von wegen warten. Die Oma hat ja, ganz im Stile des Fernsehkochs, schon mal was vorbereitet.

Oma: „Dann schneiden wir Zwiebeln und Schnittlauch und rühren eine Salatsoße an, und dann gibt’s Kopfsalat dazu.“

Jetzt aber erst mal zurück zum Hauptgericht.

Oma: „So, jetzt kommen die Spätzle erst mal da in das kalte Wasser… kurz abtropfen lassen und in eine Schüssel mit kaltem Wasser.“

Wenn dann alle Spätzle gekocht sind, wird das Wasser abgegossen. [4:00] Bleibt eine Frage: Gibt’s zu den Spätzle eigentlich auch was dazu? Natürlich, eine Soße, die hat die Oma schon mal gekocht, und zwar so:

Oma: „Kommt Öl in den Topf, geschnittenen Zwiebeln und Tomaten und Gewürze – Salz, Pfeffer, Basilikum – und das ganze wird gekocht und durch ein Sieb gestrichen und eventuell mit etwas Mehl binden. Ein Stückchen Butter kann man noch dazutun.“

Wie wär’s mit Probieren?

Oma: „Und abschmecken… Fehlt noch ein bisschen Salz… bitteschön… und an die Tomatensoßen noch ein bisschen Zucker dran.“ [5:00]

Aus dem Hintergrund kommt schon die Frage, wie lange es denn noch dauert.

Oma: „Dauert nicht mehr lange. […] Und die Spätzle werden dann in einer Pfanne mit Butter nochmal erwärmt.“

Dann ist alles fertig. Sieht lecker aus. Der Oma zumindest schmeckt es. Dem Rest der Familie auch – zumindest den leeren Tellern nach zu urteilen.

Jedes Land hat seine eigene Küche, und jede Kindheit seinen eigenen Geschmack. Immer, wenn wir früher bei Oma waren (und heute auch immer noch oft) gab es zum Essen Spätzle, diese weichen Nudeln, in Butter angebraten und gut gesalzen, dazu Tomatensoße, richtig schön rot, die man über das ganze Gesicht verteilen konnte.

Es ist aus Erzählungen meiner Eltern überliefert, dass ich als Kleinkind immer geheult habe: „Wiewa die Oma“, was soviel heißen sollte wie „lieber die Oma“, also „die Oma soll das machen, und am besten Spätzle.“ Oma macht einfach die besten. Andere Leute, auch wenn sie dasselbe Rezept verwenden, bekommen es einfach nicht so gut hin. Das ist eine Tatsache.

Auch heute nehmen wir nicht selten nach Besuchen bei Oma noch eine große Portion Spätzle für zu Hause mit. Ich kann auch Leute nicht verstehen, die im Supermarkt fertige Spätzle in Tüten kaufen und dann aufwärmen. Nein, das geht gar nicht.

Im vergangenen Jahr war ich in den USA und habe dort in einem Co-Op gewohnt, was für Co-operative Housing steht und eine Art Riesen-WG ist. Zu meinen Verpflichtungen gehörte es, einmal in der Woche für meine 60 hungrigen Mitbewohner zu kochen. Einmal habe ich Spätzle gemacht. Aus Ermangelung einer Spätzlepresse habe ich die vom Brett gescharbt, das allein hat zwei Stunden gedauert. Aber das Essen, das war der Himmel auf Erden – und fast, fast so gut wie bei Oma.

Omas Spätzle-Rezept

Zutaten

350 g Mehl

5 – 6 Eier

70 – 100 ml Wasser

1 TL Salz Butter zum Erhitzen in der Pfanne

In einer Schüssel Mehr, Eier, Salz und Wasser verrühren und den Teig ordentlich schlagen. Der Teig sollte eine eher feste, zähe Konsistenz haben, sodass der Teig nicht sofort reißt, wenn man ihn mit dem Löffel anhebt.

Der Teig wird dann mit einer Spätzlepresse in einen Topf mit kochendem Wasser gepresst. Wer keine Spätzlepresse hat, der kann den Teig von einem Brett scharben (das dauert natürlich länger…). Dazu etwas Teig auf ein Küchenbrett geben und verstreichen, sodass es eine dünne Schicht ist. Dann das Brett kurz über das kochende Wasser halten und mit einem Messer dünne Teigstreifen vom Brett schneiden.

Wenn die Spätzle im Topf an die Wasseroberfläche kommen, sind sie fertig. Aus dem Wasser holen, mit kaltem Wasser abschrecken und in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben.

Wenn alle Spätzle fertig gekocht sind, werden sie direkt vor dem Essen noch einmal in etwas Butter in einer Pfanne erhitzt.

Dazu schmeckt Tomatensoße, aber auch Gulasch. Als Beilage passt ein grüner Salat.

Omas Tomatensoße

Zutaten

Tomaten (ca. 2 pro Person)

Zwiebel (ca. eine kleine pro 3 Personen)

Olivenöl

Salz

Pfeffer

Basilikum

Prise Zucker

Eventuell Mehl, um die Soße zu binden

Eventuell etwas Butter

Im Olivenöl die klein geschnittene Zwiebel anbraten, dann die gewürfelten Tomaten dazugeben. Mit Salz. Pfeffer und gehacktem Basilikum würzen. Eine Prise Zucker hinzugeben und das ganze zum Köcheln bringen.

Nach ca. 30 Minuten einkochen das ganze pürieren oder durch ein Sieb streichen. Ist die Soße zu flüssig, mit etwas Mehl binden. Abschmecken und eventuell nachwürzen.

Je nach Geschmack kann auch ein Stückchen Butter hinzugegeben werden.

Autorin

Maria-Xenia Hardt (Deutschland)

Studium: Anglistik und Portugiesisch

Sprachen: Deutsch, Englisch, Franzäsisch, Portugiesisch

Europa ist… die Bar in meinem Studentenwohnheim, eine Zugfahrt von Warschau nach Lissabon und die Champions League.

Twitter: @mxhardt


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Author: maria

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